Tilia Baumpflege

Baumkrankheiten & Schädlinge

Bäume können von einer Viel­zahl an Schäd­lingen und Krank­heiten befallen werden. Neben Käfern oder Raupen sind auch häufig Mikro­or­ga­nismen die Ursache: Pilze, Bakte­rien und Viren können die typi­schen Schäden an Blät­tern und Holz verur­sa­chen. Auch ein unge­eig­neter Standort und falsche Pflege führen zu Schad­sym­ptomen und machen den Baum somit anfäl­liger für Baum­krank­heiten jegli­cher Art. 

Beson­ders in den letzten Jahren haben viele Bäume vermehrt mit dem Klima­wandel zu kämpfen. Der heiße Sommer 2019 und lang­an­hal­tende Trocken­pe­ri­oden in den vergan­genen Jahren, haben vieler­orts deut­lich sicht­bare Spuren hinter­lassen. Zahl­reiche Fichten sind in den Wäldern, Parks und auch Privat­gärten dem Borken­käfer zum Ofer gefallen. Auch andere Baum­arten entlang von Straßen, Wegen und Plätzen zeigen mitunter gravie­rende Schäden und Vitalitätseinbußen. 

Wichtig hierbei ist, einen Befall möglichst früh­zeitig zu erkennen und umge­hend zu handeln. Nur so kann eine Ausbrei­tung auf andere Bäume verhin­dert werden und der Baum­be­stand geschützt werden. Nach­fol­gend möchten wir Ihnen eine Über­sicht über die häufigsten Baum­krank­heiten geben und Sie für deren Erken­nung sensi­bi­li­sieren. Zögern Sie nicht, schon bei den ersten Anzei­chen einer Erkran­kung, einen Fach­mann zu kontaktieren. 

Rußrindenkrankheit: Pilzbefall an Ahornbäumen

Der Pilz Cryp­to­stroma corti­cale befällt insbe­son­dere Ahorn­bäume und ist an abblät­ternder Rinde erkennbar, unter der sich groß­flä­chig schwarzer “Staub” befindet. Auch welke Kronen­teile, Blatt­ver­lust und einge­ris­sene Rinde können bereits ein Indiz für eine begin­nende Erkran­kung sein. 

Die Rußrin­den­krankheit gilt als hochin­­fektiös und hyper­all­ergen, da mit fort­schrei­tendem  Befall immer mehr Pilz­sporen frei­ge­setzt werden. Diese sind nicht nur für umste­hende Bäume gefähr­lich, sondern können sich auch negativ auf die Gesund­heit von Menschen auswirken. Mögliche Folgen können schwere Atem­wegs­be­schwerden bis hin zu Atemnot sein.

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Von der Rußrin­den­krankheit betrof­fene Bäume können nicht mehr genesen und sollten daher so schnell wie möglich gefällt werden. Nur so kann das Infekti­ons­risiko für andere Bäume vermin­dert werden. Außerdem hilft eine schnelle fach­män­nisch durchge­führte Baum­fäl­lung dabei, die fort­schrei­tende Verbrei­tung der Pilz­sporen effektiv einzudämmen.

Wichtig ist, dass die Fällung und Entsor­gung befal­lener Bäume ausschließ­lich von ausge­bil­deten Baum­pfle­gern durch­ge­führt wird. Für die Fällung ist eine Schutz­aus­rüs­tung notwendig und die befallen Bäume dürfen nur in spezi­ellen Verbren­nungs­an­lagen entsorgt werden. Nehmen Sie umge­hend Kontakt mit uns auf, wenn Sie diese Baum­krank­heit vermuten.

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Eichenprozessionsspinner (EPS)

Beson­ders in warm­t­rocknen Regionen oder Jahren fühlt sich der Eichen­pro­zes­si­ons­spinner sehr wohl und breitet sich teils rasend aus. Verstärkt kommt er auch auf der frän­ki­schen Platte vor und ist zu einer regel­rechten Plage für die heimi­schen Eichen geworden.

Mögliche Auswir­kungen eines Kontaktes mit den Brenn­haaren der Raupe sind ein stark juckender Haut­aus­schlag oder eine Binde­haut­ent­zün­dung. Auch Atem­wegs­rei­zungen, Schwin­del­ge­fühl oder Fieber können Symptome sein. Häufig nimmt die Empfind­lich­keit von Einzel­per­sonen mit der Anzahl der Einzel­kon­takte zu. Selten kommt es auch zu aller­gi­schen Schockreaktionen.

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Als Baum­be­sitzer sind Sie selbst für die Bekämp­fung von Eichen­pro­zes­si­ons­spin­nern verant­wort­lich. Wegen der starken gesund­heit­li­chen Risiken ist die Entfer­nung der EPS-Nester unbe­dingt notwendig. Um sich selbst und andere zu schützen, sollten Sie bei der Entfer­nung von Eichen­pro­zes­si­ons­spin­nern ausschließ­lich auf ausge­bil­dete Baum­pfleger zurückgreifen.

Das Besprühen mit Insek­ti­ziden ist nicht zu empfehlen, da es auch andere nütz­liche Baum­be­wohner tötet. Mit Hilfe einer Arbeits­bühne oder der Seil­klet­ter­technik können wir den Prozes­si­ons­spinner gezielt besei­tigen. Gerne beraten wir Sie auch zu präven­tiven Maßnahmen.

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Borkenkäfer: Kupferstecher, Buchdrucker, Waldgärtner & Co.

Dieses 2–8 mm große Insekt aus der Familie der Rüssel­käfer richtet eben­falls immer wieder gravie­rende Schäden in Baum­be­ständen an. Die Käfer bohren sich zur Fort­pflan­zung und Nahrungs­auf­nahme durch die Rinde von Nadelbäumen.

Obwohl sich befal­lene Bäume mit Harz gegen eine Borken­käfer-Plage wehren, sterben sie in den meisten Fällen inner­halb kurzer Zeit ab. Wichtig ist eine rasche Entfer­nung befal­lener Bäume aus dem Bestand. Ande­ren­falls fallen dem Käfer durch seine rasante Vermeh­rung schnell Nach­bar­bäume zum Opfer.

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Birken‑, Eschen‑, und Kastaniensterben

Durch Trocken­heit und Käfer­be­fall entstan­dene Schäden an Nadel­bäumen sind weithin sichtbar. Der Anblick komplett abge­stor­bener Fich­ten­wälder ist heut­zu­tage keine Selten­heit mehr. Doch auch verschie­dene Laub­bäume haben mit verän­derten Klima­be­din­gungen bzw. neuar­tigen Bakte­rien und Pilzen zu kämpfen, die oftmals aus anderen Ländern einge­schleppt wurden.

Die langen, trockenen Sommer der vergan­genen Jahre haben Spuren an den heimi­schen Birken hinter­lassen. Ein häufiges Bild: Abge­stor­bene Wipfel, lichte Kronen und Totholz, das Verkehrs­teil­nehmer durch Herab­fallen bedroht.

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Ähnlich geht es unseren Eschen und Kasta­nien. Für das Eschen­triebst­erben ist ein Pilz aus Ostasien verant­wort­lich. Es äußert sich durch tote Äste in der äußeren und oberen Krone. Der Verlauf erstreckt sich oft über einen längeren Zeit­raum, bis der Baum schließ­lich fach­män­nisch entfernt werden muss.

Beim Kasta­ni­en­st­erben handelt es sich um eine Bakte­rien-Erkran­kung, die erst­malig in den Nieder­landen nach­ge­wiesen wurde. Zu erkennen ist die Baum­krank­heit an schwarzem Ausfluss an Stamm und Ästen und Welkeer­schei­nungen. Ein Gegen­mittel ist auch für diese Erkran­kung nicht vorhanden.

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Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB)

Dieser Käfer wird immer wieder in Verpa­ckungs­holz aus Asien einge­schleppt. Die einzige Bekämp­fungs­mög­lich­keit bei einem ALB-Befall ist die Fällung des betrof­fenen Baumes. Das gefällte Holz muss vor Ort gehäck­selt und sofort verbrannt werden. Eine Lage­rung des Holzes ist nicht zulässig, da weiterhin Käfer aus dem Holz schlüpfen und andere Bäume befallen könnten.

Nach einem EU-Durch­füh­rungs­be­schluss vom Jahr 2015 müssen im Umkreis von 100 Metern um den befal­lenen Baum alle befalls­ver­däch­tigen Nach­bars­bäume eben­falls gefällt werden. Zusätz­lich werden in Bayern alle Vogel­beeren, Eber­eschen und Mehl­beeren entnommen. Der Fund bzw. Verdacht eines ALB-Befalls ist melde­pflichtig (Quelle: Baye­ri­sche Landes­an­stalt für Landwirtschaft.

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